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Eisklettern
Einleitung zum Thema Eisklettern
Die ersten Pioniere, die sich Mitte des letzten Jahrhunderts in die steilen Eiswände wagten, waren gezwungen, in mühevoller Handarbeit Stufe um Stufe zu hacken, damit sie mit ihren genagelten
Bergschuhen einigermassen Halt fanden. Es versteht sich von selbst, dass dieser Technik ab einer bestimmten Hangneigung Grenzen gesetzt waren. Senkrechte oder leicht überhängende Eispassagen
waren unmöglich zu überwinden. 
Mit dem Aufkommen von Steigeisen, deren Zacken an der Schuhspitze vorstanden (Frontalzacken), änderte sich der Stil der Begehungen. Das zeitraubende Stufenhacken fiel weg, denn wer über gut trainierte Waden verfügte, konnte nun ganze Eiswände auf den Frontalzacken durchsteigen. Der Durchbruch zum
eigentlichen Wasserfallklettern kam aber erst mit der Entwicklung von raffinierten Eisgeräten. Mit kurzem
Stiel und gebogener Haue versehen, erlaubten diese High -Tech Instrumente eine zuverlässige
Verankerung im steilen Eis. Gleichzeitig wurden auch die Steigeisen weiter verbessert. Man entwarf
Modelle mit starren Fussplatten. Ähnlich einer Skitourenbindung, ersetzte die umständlichen
Schnürbändel durch Schnellverschlüsse und benutzte schlussendlich nur noch eine Frontalzacke, den sogenannten Monozack. 
Erwähnenswert ist auch der Fortschritt in der Sicherungstechnik. Die anfänglich verwendeten Eis-
schrauben, die durch ihre Expansionswirkung das Eis zum Splittern brachten, wurden durch moderne rohrförmige Schrauben aus Leichtmetall ersetzt. All diese Werkzeuge müssen für einen optimalen
Einsatz im Steileis messerscharf geschliffen sein. Dies kann mitunter bei einem Sturz zu massiven
Schnitt-verletzungen oder Stichwunden führen. Dies verdeutlicht, dass Steileisklettern auch mit
modernster Ausrüstung eine ernst zu nehmende Sache ist. Voraussetzung für das gute Gelingen einer Eistour ist daher, nebst körperlicher Fitness und Erfahrung im Umgang mit den Eisgeräten, auch eine gefestigte Psyche. Trotz gewisser Gefahren ist das Eisklettern eine faszinierende Sportart, die zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Tourentipps
Die fünf beschriebenen Touren sind seit Jahren Klassiker und weisen in der Regel sehr hervorragende Eisverhältnisse auf. Sie sind jedoch nur ein kleiner Querschnitt durch das vielfältige Angebot an Eisklettern rund um Göschenen. Bei sehr guten Verhältnissen, lassen sich noch einige lohnende Touren ausfindig machen. Also Leute, Augen auf und rein ins pickelharte Vergnügen.
Sicherheit beim Eisklettern
Eisklettern ist und bleibt eine Risikosportart. Ein Sturz mit Steigeisen und messerscharf geschliffener Hardware in eine oftmals mangelhafte Sicherung ist immer gefährlich. Noch viel grösser sind die
Probleme mit den Lawinen. Viele Eisfälle sind von Lawinen bedroht. Deshalb muss der Eiskletterer auch
in Lawinenkunde sehr gut Bescheid wissen und die aktuelle Situation beurteilen können. Ein spezielles Augenmerk muss auch auf die Lufttemperatur geworfen werden. Dabei ist speziell auf eine plötzliche
starke Erwärmung (z.B. Föhn) zu achten. Starker Schneefall kann beim Klettern lästig sein., stört aber
vor allem in steileren Routen wenig. Dafür aber um so mehr beim Abstieg, wenn plötzlich alle Hänge Lawinengefährlich sind.
1. Riental links
Mehrseillängenroute in 70 bis 80 Grad steilem Eis. Bei zuviel Schnee bedingt empfehlenswert.
2. Riental rechts
Mehrseillängenroute mit homogenen Schwierigkeiten. Sehr beliebt und oft durchstiegen. 45 bis 75 Grad steil.
3. Rientalfall
Schöne homogene vier Seillängenroute in moderaten Schwierigkeiten 60 bis 80 Grad steil.
4. Langer Fall
Mehrseillängenroute in 70 bis 80 Grad steilem Eis. Setzt gute alpine Kentnisse und Erfahrung voraus. Eventuell objektiv gefährlich (Steinschlag oder Lawinen) schwerste der beschriebenen Routen. 
5. Steinbruchfall
Leichteste beschriebene Eisfall-Route. Ideal für die ersten Gehversuche im Eis. 50 bis 75 Grad steil.
Zustieg
Alle Routen können vom Bahnhof Göschenen aus wunderbar eingesehen werden. Es ist daher empfehlenswert die Touren von dort aus zu starten. Vom Bahnhof Göschenen durch die südliche Unterführung zu der gegenüberliegenden Deponie, wo sich auch die neue Umfahrungsstrasse der Gemeinde Göschenen befindet. Weiter durch steiles Buschwerk zu den Eisfällen.
Zeit
Je nach ausgesuchter Route und Schneeverhältnissen, ca. 1 Stunde.
Abstieg
Bei den Eisfällen 1 bis 3 und 5 kann links der Routen über steiles leicht bewaldetes Gelände abgestiegen, oder teilweise abgeseilt werden (Schlingen für Abseilstände nicht vergessen.) Beim Eisfall Nummer 4 kann in nördlicher Richtung zum Rientalfall hinübergequert werden. Zeitaufwand für den Abstieg unbedingt in die Tourenplanung einberechnen (ca. 1 - 2Stunden).
Beste Zeit
Januar bis Ende Februar.
 

 



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